Editorial

Das Kulturhaus hat Vielfalt im Blick

 

Berlin setzt das Signal und erklärt den Weltfrauentag am 8.3. zum gesetzlichen Feiertag. Dies sei ein Zeichen, dass man auf dem Weg zur Gleichstellung von Mann und Frau weitergekommen sei. Wie nun die/der/divers Einzelne diese These bewertet, sei ihm selber überlassen. Auf jeden Fall ist das Thema auch im Jahr 2 nach #metoo noch brandaktuell. Bei aller Diskussion sollte Gleichstellung jedoch nicht mit Gleichmacherei verwechselt werden. Geschlechtliche Vielfalt, das Bedürfnis nach Emanzipation in unterschiedlichen Kulturkreisen oder alltägliche Diskriminierung, welche sowohl Männer als auch Frauen erleben, sollten höchst differenziert betrachtet werden. Auf den ersten Blick würden sich wohl viele Frauen und Männer als gleichberechtigt bezeichnen, beim genauen Hinschauen können dann aber doch Zweifel aufkommen. Ein Beispiel ist die Selbstinszenierung von jungen Frauen auf Youtube und Instagram. Diese spiegelt häufig die Rollenbilder der 50er Jahre wieder. Das zeigt die neueste Diversitätsstudie der MaLisa Stiftung, welche sich mit der Darstellung von Frauen in den Medien auseinandersetzt. Da beschäftigen sich Frauen immer noch vordergründig mit Schminktipps oder Kochrezepten und Männer präsentieren sich als Heimwerkerkönige. Social-media komplett anders kann der Kreml-Gast erleben, wenn er sich im Rahmen eines interaktiven Ausstellungsbesuches unter dem Titel „Grrls“ mit Hilfe von GIF’s mit verschiedenen Rollenbildern auseinandersetzt. Dabei erwachen die Bilder zum Leben. Bei der Finissage am 22.3. gibt es noch einmal Gelegenheit, mit der Künstlerin einen Ausstellungsrundgang zu machen. Filmisch gewürdigt wird der Weltfrauentag im Kreml mit einem Filmspecial unter dem Titel: Jahrhundertfrauen. Wir können gespannt sein, wie sich der filmische Bogen um eine alleinerziehende Mutter und deren Erziehungsprobleme mit dem pubertierenden Sohn sowie die Unterstützungsangebote von befreundeten Frauen verschiedener Generationen entwickelt und im anschließenden Filmgespräch diskutieren.

Alles in allem bemüht sich das Kreml-Kulturhaus, in seinem Programmangebot Geschlechtervielfalt, Diversity und überhaupt gesellschaftlichen Wandel zu spiegeln. Herzlich laden wir Sie ein, uns auf für Sie relevante Themen hinzuweisen, Filmvorschläge zu unterbreiten oder das Programmangebot mitzugestalten. Das Kreml-Team freut sich auf Ihre Anregungen.

KREML Kulturhaus – Die Redaktion